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Janik Schneider erklärt einer Klientin am Augenmodell die Rolle der Augen bei chronischen Kopfschmerzen

Ständig Kopfschmerzen – und niemand findet die Ursache?

Lies das, wenn du schon vieles versucht hast

Physiotherapie. Osteopathie. Schmerzmittel. Vielleicht ein MRT, ein Termin beim Neurologen, beim Augenarzt, beim Zahnarzt.

Manchmal bringt das kurzfristig Erleichterung. Und dann kommen die Kopfschmerzen wieder.

Am Ende steht oft derselbe Satz: „Wir konnten nichts finden.“

Dieser Satz ist frustrierend. Aber er bedeutet nicht, dass du dir etwas einbildest. Er bedeutet zunächst nur eines: Es wurde keine strukturelle Ursache gefunden.

Und genau das ist erstmal eine gute Nachricht.

Es heißt allerdings auch: Wenn mit der Struktur alles in Ordnung ist, kann sich der Blick auf die Funktion lohnen. Also nicht darauf, wie dein Körper aussieht, sondern darauf, wie er arbeitet.

Zuerst das Wichtigste: Kopfschmerzen gehören abgeklärt

Kopfschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Bevor es um funktionelle Zusammenhänge geht, steht deshalb immer die ärztliche Abklärung am Anfang.

Alles, was hier beschrieben wird, ersetzt keine medizinische Diagnose und keine Behandlung. Es ist eine ergänzende Perspektive für den Fall, dass die Abklärung ohne Befund geblieben ist und die Beschwerden trotzdem bleiben.

Dein Gehirn arbeitet mit Informationen

Dein Gehirn hat eine Daueraufgabe: Es muss jederzeit wissen, wo dein Körper ist, wie er ausgerichtet ist und was um dich herum passiert.

Dafür sammelt es permanent Informationen. Unter anderem über:

Diese Kanäle laufen nicht getrennt voneinander. Dein Nervensystem gleicht sie ständig ab und setzt sie zu einem Gesamtbild zusammen. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert, habe ich ausführlicher in 4 Systeme, die deine Bewegung und Schmerzen bestimmen beschrieben.

Was passiert, wenn die Informationen nicht zusammenpassen

Stell dir vor, deine Augen melden „wir stehen gerade“, dein Gleichgewichtssystem meldet „wir sind leicht gekippt“ und die Rezeptoren in deinem Nacken melden noch etwas Drittes.

Dein Gehirn muss daraus trotzdem eine Entscheidung treffen. Und wenn die Informationslage unklar ist, wählt es die sichere Variante: Schutz.

Schutz kann sich zum Beispiel zeigen als:

Wenn dieser Zustand über Wochen und Monate anhält, kann er sich auch in wiederkehrenden Kopfschmerzen äußern. Nicht als Schaden, sondern als Reaktion.

Vier Bereiche, die bei Kopfschmerzen eine Rolle spielen können

1. Deine Augen

Deine Augen sind nicht nur Sehorgane, sondern zentrale Informationslieferanten für dein Gehirn. Wenn beide Augen nicht sauber zusammenarbeiten – zum Beispiel beim Fokussieren auf die Nähe oder beim Halten eines Fixpunktes – muss dein Nervensystem diesen Unterschied ständig ausgleichen.

Dieser Ausgleich kostet Energie und geht oft mit Spannung in Stirn, Schläfe und Nacken einher. Das ist kein Argument gegen deine Brille, sondern ein Argument dafür, die Augensteuerung mit anzuschauen – gerade bei acht Stunden Bildschirmarbeit am Tag. Auch das Thema Licht spielt hier mit: siehe Blaulichtfilter-Brille.

2. Dein Kiefer

Das Kiefergelenk liegt direkt vor dem Ohr, und ein Teil der Kaumuskulatur zieht über die Schläfe hinweg. Diese Muskulatur gehört zu den kräftigsten deines Körpers. Nächtliches Knirschen, dauerhaftes Pressen oder eine veränderte Bisssituation können deshalb Einfluss auf Spannung und Beschwerden im Kopfbereich haben.

Mehr dazu in FaceFormer-Therapie bei chronischen Schmerzen und Die Zunge – unterschätzt, aber entscheidend.

3. Gleichgewicht und obere Halswirbelsäule

Die tiefe Muskulatur und die kleinen Gelenke zwischen Kopf und oberer Halswirbelsäule sind außergewöhnlich rezeptorreich. Sie melden deinem Gehirn kontinuierlich, wie dein Kopf zum Körper steht – und arbeiten dabei eng mit dem Gleichgewichtssystem und den Augen zusammen.

Passen diese Rückmeldungen nicht zusammen, kann sich das in Nackenspannung, Schwindelgefühl oder eben Kopfschmerzen zeigen.

4. Füße und Haltung

Das wirkt weit weg vom Kopf, ist es aber nicht. Deine Füße sind die Basis deiner Aufrichtung, und Veränderungen dort wirken sich über die gesamte Kette nach oben aus – bis in die Kopfhaltung.

Was sich daran ablesen lässt, habe ich hier beschrieben: Was mir dein Fußabdruck über deine Schmerzen verrät.

Warum kurzfristige Erleichterung oft nicht bleibt

Eine Massage, eine Manipulation oder ein Schmerzmittel können die Spannung oder den Schmerz kurzfristig senken. Das ist wertvoll und manchmal genau das, was gerade nötig ist.

Nur: Wenn die Informationslage für dein Nervensystem gleich bleibt, hat es auch keinen Grund, seine Bewertung zu ändern. Der Schutzmechanismus fährt wieder hoch, sobald die Wirkung nachlässt.

Deshalb geht es im Coaching nicht nur um den Punkt, der schmerzt, sondern um die Frage, warum dein System diesen Schutz gerade für sinnvoll hält.

Wie eine funktionelle Analyse aussieht

Am Anfang steht keine Übung, sondern eine Analyse. Dabei schauen wir uns unter anderem an:

Daraus ergibt sich, welche Systeme bei dir auffällig sind. Denn das ist individuell: Was bei einem Menschen der entscheidende Faktor ist, kann beim nächsten völlig unbedeutend sein.

Wie so ein Termin konkret abläuft, kannst du hier nachlesen: So läuft dein Ersttermin ab. Mehr zum Vorgehen findest du auf der Seite Methode.

Drei banale Dinge, die du vorher selbst prüfen kannst

Bei lang anhaltenden Beschwerden entsteht schnell ein Tunnelblick – auf beiden Seiten. Als Behandler sucht man nach der komplizierten Ursache, und als Betroffener nimmt man die eigenen Alltagsroutinen kaum noch als möglichen Faktor wahr.

Dabei lohnt sich fast immer der Blick auf die einfachsten Dinge:

Das löst nicht jeden Kopfschmerz. Aber es lohnt sich, diese Punkte zu klären, bevor man weiter in die Tiefe geht.

Fazit

„Kein Befund“ ist keine Sackgasse. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Antwort möglicherweise nicht in der Struktur liegt, sondern in der Funktion.

Dein Gehirn verarbeitet in jedem Moment eine enorme Menge an Informationen. Wenn diese nicht eindeutig zusammenpassen, kann es mit Schutzspannung reagieren – und die kann sich unter anderem als Kopfschmerz zeigen.

Manchmal lohnt sich deshalb der Blick über den eigentlichen Schmerzpunkt hinaus.

Du leidest unter wiederkehrenden Kopfschmerzen?

Dann finden wir gemeinsam heraus, welche Faktoren bei dir eine Rolle spielen. Melde dich gern für einen Ersttermin.

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